Hermann Kuen (Naz´n Hermann) geb. am 3.Nov. 1912, Schnitzer, Faßmaler, Landschaftsmaler und Bergbauer, Meister der gesamten Krippenkünste, stand über 60 Jahre in den Diensten der Krippe.
Er stammt aus einer nicht gerade mit Reichtum gesegneten Bergbauern-Familie. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit hatte er die Pflichtschulausbildung beendet. So versuchte der 13-jährige Hermann allein sein Glück mit der Schafschnitzerei. Im Winter 1930/31 wurde er durch Spiegl Josef im Figurenschnitzen unterwiesen. Bereits 1934 beliefert er Ausstellungen im Taxispalais in Innsbruck und in Krems.
Besonders gefördert wurde Hermann Kuen von Krippenvater Franz Leihs sowie durch Pater Simon Reider und bekam dadurch zahlreiche Schnitzaufträge. In vielen Jahren seines emsigen Schaffens schnitzte er für die Kunstfirma Trautner und privat über 1000 Geburtsgruppen und zahllose Klein- und Großkrippen sowie viele Kruzifixe und andere bildhauerische Werke, welche den Weg auch weit über die Landesgrenzen hinausfanden. Hermann Kuen versuchte sich schließlich ab 1949 erfolgreich als Faßmaler. Beispiele für seine große Kunstfertigkeit in dieser Disziplin sind das große Kruzifix in der Leichenkapelle seiner Heimatgemeinde Oberperfuss, die Johannesfigur im Burkter und die Brunnenfigur in der Huebe.
Ab 1960 beschäftigt sich Hermann intensiver mit dem Bauen von Krippenbergen und der Landschaftsmalerei. Durch sein Wirken als Schnitzer und Maler, als Lehrmeister in Krippenbau und Schnitzkursen – er war Mitbegründer der Schnitzschule – trug er maßgeblich am Aufbau und der Bekanntheit des Krippendorfes Oberperfuss bei.
Für seine außerordentlichen Verdienste hierfür wurde Hermann Kuen mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Verbandes und der Ortsgruppe Oberperfuss sowie des Österr. Krippenvereines ausgezeichnet.
Aus seiner Ehe mit Ida Kuen (geb. Wegscheider) entstammen 4 Kinder.
Am 4.Sep.1989 stirbt Hermann Kuen im 78. Lebensjahr.
In der Hauskrippe sind ca. 100 Figuren die zwischen 1935 und 1989 entstanden sind. Der Krippenberg und die Landschaft sind ebenso von Hermann Kuen.
